Bildungsprojekte für Kinder in Kenia.

Frauen und Mädchen sind das soziale Rückgrat und Gewissen der Gesellschaft, in Kenia wie in allen anderen afrikanischen Staaten. Doch gerade Mädchen leiden am stärksten, wenn die Halt gebende Familienstruktur durch Arbeitslosigkeit, Krankheit und Tod auseinanderbricht.

Bei unserer Reise im Februar 2009 gewannen wir direkte Einblicke in die Problematik: Wir lernten drei Geschwister im Alter von 3 bis 7 Jahren kennen, die von der gebrechlichen Großmutter notdürftig versorgt werden. Die Eltern sind verstorben und andere mögliche Ernährer entweder krank, oder sie entziehen sich der Verantwortung. 
Das älteste Mädchen erzieht außerdem die beiden jüngeren. Der krasseste Fall ist ein Mädchen im Alter von 9 Jahren, das seine Mutter verlor. Der Vater heiratete wieder, zog aber mit den beiden Geschwistern des Mädchens und seiner neuen Ehefrau weg ohne seine älteste Tochter mitzunehmen. Ihre Tante nahm sie auf und versorgte sie wie ihr eigenes Kind, doch auch sie starb. Seitdem lebt das Mädchen bei ihrem Onkel in sklavenähnlichen Verhältnissen und wird dort zur Kinderbetreuung der jüngeren Cousins und als Haushaltshilfe herangezogen.

Die Liste solcher Fälle ist endlos und deprimierend - diese Schicksale begegneten uns an jeder Ecke, leider auch in unserem Referenzprojekt Vikwa Bahati Center Mombasa. Es war uns klar, dass wir etwas ändern wollen, um den Mädchen zumindest eine Auszeit von ihrem Alltag zu verschaffen und für ihre psychische wie physische Entlastung zu sorgen.

Seit Anfang Mai 2009 sind die vier Mädchen mit ausdrücklicher Erlaubnis ihrer Familienmitglieder wochentags im "Mädchenhaus" untergebracht, direkt im Kinderzentrum. Sie werden dort und auf dem Gelände nach dem Schulunterricht bzw. Kindergarten betreut, verpflegt und bleiben auch über Nacht. In den Schulferien gehen sie zu ihren Familien, damit der Kontakt nicht abbricht und die Familien einbezogen bleiben, und kehren danach wieder ins Mädchenhaus zurück. Ein kleiner Schritt für eine bessere Zukunft der Mädchen ist getan.


Im Vorfeld wurden die Familienangehörigen und die Mädchen befragt und in den Entscheidungsprozess integriert. Es begegnete uns die Sorge, wir könnten ihnen die Mädchen wegnehmen, sie verkaufen oder gar selbst "benutzen". Es waren intensive Gespräche notwendig, um Vertrauen zu schaffen. Nach einer Probezeit im April waren jedoch sowohl die betroffenen Mädchen als auch die Angehörigen begeistert, sodass die Kinder nun im Vikwa Bahati Center leben und sich sichtlich wohlfühlen und erholen.

Zur Zeit sind die Vier die einzigen Bewohnerinnen des Mädchenhauses, doch wir wollen die Möglichkeit bieten, weitere Not leidende Mädchen aufzunehmen, insbesondere nach Fertigstellung des neuen Gebäudes. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe. Mit 15 € monatlich ist die Unterbringung im Mädchenhaus und der Unterricht für ein Kind finanzierbar.



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